Esslingen im 15. Jahrhundert. Das in Zünften organisierte Handwerk und der Handel sind die Säulen von Wirtschaft und Politik. Das Haus "Im Heppächer 3" ist Zunfthaus der Tuchmacher und Schneider und damit ein wichtiger Ort für Dialog und Begegnung. Dann verliert das Zunftwesen an Bedeutung und "der Heppächer" wird im Jahr 1819 Synagoge der Esslinger Juden. Wieder Interaktion und Kommunikation, aber auch Kontemplation und innige Andacht.

In der Reichskristallnacht 1938 wird dem ein jähes Ende gesetzt. Vor dem Haus "Im Heppächer 3" grölende Nazihorden und ein loderndes Feuer. Was bisher literarische Kunst war, wird jetzt als "entartet" deklariert und vernichtet. Die Nazis halten Einzug in den Fachwerkbau. Ein Haus für die Jugend - Parolen und Ideologien statt offenem Dialog.

Nach dem Krieg bleibt "der Heppächer" Jugendhaus, bis im Jahr 1987 erneut ein Feuer eine Zäsur setzt. Zufall oder Fügung - die Kunst kehrt zum "Heppächer" zurück, die Räume werden zur Galerie. Mit Beginn des Jahres 2001 übernimmt das Galeristen-Duo Dr. Susanne Lüdtke und Roland Bachofer das Haus und setzt neue Akzente. Zwar steht zeitgenössische Kunst nach wie vor im Fokus, doch Kommunikation und Interaktion werden ebenfalls großgeschrieben. Neben Ausstellungen sorgen Inszenierungen, Lesungen, Konzerte und Vorträge für überraschende Sichtweisen und einen spannenden Dialog. Ein fast schon "multimediales" Konzept...